Sütterlin

Alte Schriften/alte Handschriften – Sütterlin oder Kurrentschrift?

 

Wenn heute von Dokumenten die Rede ist, die in einer kaum lesbaren alten Schrift verfasst wurden, dann ist landläufig von Sütterlin oder der Sütterlinschrift die Rede. Dabei war diese Schrift gerade mal 26 Jahre im Einsatz, bis die Kurrentschriften 1941 von den Nazis abgeschafft und die lateinischen Schriftzeichen durchsetzt wurden. Davor benutzte man die sogenannte Deutsche Kurrentschrift in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, von denen Sütterlin lediglich eine Variante ist. Die Deutsche Kurrentschrift war immerhin seit Beginn der Neuzeit, also mehrere Jahrhunderte im Einsatz.  

Die Schweiz schwenkte zu Beginn des 20 Jahrhunderts auf die lateinischen Buchstaben um, bis 1930 mussten die Kantone dies umgesetzt haben. Heute sind private Initiativen in der Schweiz um die Kurrentschrift mehr bemüht, als dies in Deutschland der Fall ist. Kürzlich erst habe ich herausgefunden, dass einige Russlanddeutsche die Kurrentschrift weiterhin benutzten, selbst noch zu Beginn der 1990er Jahre und bereits in Deutschland. Klar: sie konnten ihre Kultur nicht mit kyrillischen Buchstaben pflegen. Ob sie auch heute noch verwendet wird, konnte ich noch nicht bestätigt finden, aber ich glaube eher nicht.  

Ich habe die Kurrentschrift in einer Privatschule gelernt. In vielen Familien existieren noch Dokumente in alten Handschriften – und niemand kann sie lesen. Ebenso wenig wie die wenigsten noch die Originalschriften unserer berühmten deutschen Dichter und Denker lesen können. Das finde ich sehr traurig.  

Mir geht es daher auch um den Erhalt der Kurrentschrift, denn wer sie heute noch beherrscht, ist ungefähr um die 85 Jahre jung. Und was kommt danach? Die Kurrentschrift ist auf dem besten Wege ins Nirwana zu verschwinden. Kurse zum Schreiben oder Lesen der Kurrentschrift ab fünf Personen (wegen der Gruppendynamik) gerne auf Anfrage.  

 

Übersetzung alte Handschriften 

Gerne 'übersetze' ich ihre Dokumente aus dem Sütterlin oder der Kurrentschrift in unsere Standardschrift – seien es Tagebücher, Verträge, Korrespondenzen, Rezepte o. a.: zeichengetreu oder nach Ihren Vorgaben, aber immer liebevoll. Aufgrund meiner Fremdsprachenkenntnisse kann ich auch diese Sprachen transliterieren oder in sie übersetzen. Zuweilen findet sich ein regelrechter Sprachenmix, beispielsweise bei Dokumenten von Auswanderern aus Europa. Bei der Arbeit mit der Kurrentschrift begegnen mir hin und wieder Worte, die nicht mehr in Gebrauch sind, sogenannte Archaismen. Beispiele: behufs (bezüglich), Hauderer (ein Lohntransportunternehmen, entsprechend das Verb Haudern ein solches Unternehmen benutzen), zuweilen (gelegentlich).  

 

Alte Druckschriften - Frakturschrift 

Auch mit alten Druckschriften wie den Frakturschriften arbeite ich gerne, sei es die gewissenhafte und peinlich genaue Erfassung der Schrift oder ihr Lektorat von Scans, die immer fehlerhaft sind. Und selbst ein Stammbuch habe ich bereits in weitgehend originalgetreuer Frakturschrift abgeschrieben.  

 

Sütterlin, Kurrentschrift, Fraktur - was kann ich für Ihre alten Dokumente tun? 

 

Fakten kurz & knapp:

  • Kurse zum Schreiben oder Lesen der Kurrentschrift ab fünf Personen (wegen der Gruppendynamik) gerne auf Anfrage.

  • Übersetzung alter Handschriften - ihre Dokumente aus der Sütterlinschrift oder der Deutschen Kurrentschrift in unsere Standardschrift

  • Alte Druckschriften wie Frakturschrift